Naturerlebnis Azoren – Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

Azoren-Reiseinformationen © pixabay.com

Die Azoren gehören zum Verwaltungsgebiet Portugals und liegen etwa 1.300 km westlich des portugiesischen Festlands; bei 36°55’ bis 39°43’ nördlicher Breite und 24°46’ bis 31°16’ westlicher Länge. Insgesamt umfasst der Archipel neun Inseln.

Die Hauptinsel ist von Deutschland aus bequem ganzjährig mit unterschiedlichen Flugveranstaltern in etwa 4 ½ Stunden nonstop zu erreichen. Besondere Impfungen sind trotz der subtropischen Lage nicht erforderlich und das Ärzte- und Apothekennetz sichert im Notfall schnelle Hilfe.

Blick von Flores auf Corvo - Azoren

Außer auf Corvo sind Mietwagen überall zu erhalten und auch die öffentliche Infrastruktur ist gut ausgebaut. Die südländische Gelassenheit, inklusive Verspätungen, müssen jedoch eingeplant werden, obwohl die Zuverlässigkeit besser ist, als in so manch anderer südeuropäischen Region.

Ungeübten Fahrern sei ein Allradantrieb empfohlen, da unbefestigte Schotterstraßen häufig vertreten sind.

Die Einwohner stört dieser Umstand nicht, da sie ohnehin langsam fahren. Hier hat man noch Zeit und lässt sich nicht von einem Termin zum anderen hetzen.

Die einzigartige Geologie

Die Azoren liegen genau auf dem Mittelozeanischen Rücken. Aufgrund der Plattentektonik ergibt sich die Besonderheit, dass die Azoren mit jeweils 2 cm pro Jahr auseinanderstreben. So wandern die Inseln Corvo und Flores auf der Amerikanischen Platte nach Westen, während alle anderen auf der Eurasischen Platte nach Osten streben.

Pico - AzorenDie unterseeische mittelozeanische Gebirgskette ist vulkanischen Ursprungs und erreicht mit dem Pico, dem höchsten Berg Portugals, eine Höhe von 2.351 m über N.N. Der vulkanische Ursprung ist überall auf den Azoren sichtbar. Gebirgsketten mit traumhaften Kraterseen und die ausladende Vegetation zeugen von diesem historischen Erbe. Lavafelder sowie Fumarole und kochend heiße Vulkanquellen zeugen von der permanenten Aktivität der Region, sowohl ober- als auch unterirdisch. So sind die Azoren eine der wenigen Regionen der Welt, in denen „Schwarze Raucher“ von Wissenschaftlern beobachtet werden können. Diese einzigartigen Lebensräume sind noch kaum erforscht und gelten unter anderem als mögliche Ursache für das Aussterben der Dinosaurier. Aufgrund der großen Tiefe und des giftigen, sie umgebenden Milieus, sind sie jedoch weder jetzt, noch in Zukunft zu besichtigen.

Doch auch an Land ist wahrzunehmen, dass die Region weiterhin in Bewegung ist. Regelmäßige Vulkanausbrüche, Erd- sowie Seebeben rufen den Bewohnern ihr feuriges Erbe in Erinnerung. Trotzdem erfreut den einen oder anderen Besucher ein kleines Seebeben durchaus, denn es sorgt für hohe Wellen und damit Spaß am Strand.

„Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte eine halbe Stunde.“

Diese Weisheit gilt sowohl auf Island, Schottland als auch auf den Azoren. Schnelle Wetterumschwünge kennzeichnen das Wetter der Azoren und man muss jederzeit auf einen Platzregen gefasst sein und sollte daher immer dünne Regenkleidung mitnehmen. Doch meistens dauern die Schauer nicht lange und kurz darauf kann erneut strahlender Sonnenschein genossen werden. Bei plötzlicher Windstille oder an geschützten Orten wird es dann auch richtig heiß und man sehnt sich geradezu nach einem nächsten kleinen Schauer zur Abkühlung, welches der Wettergott oft genug umgehend erfüllt.

Blütenpracht auf den AzorenAufgrund der subtropischen Lage der Inseln, dem warmen Golfstrom und der exponierten Stellung mitten im Atlantik, wird es im Sommer selten wärmer als 26°C und im Winter selten kühler als 17°C. Die Durchschnittstemperatur im Hochsommer liegt bei angenehmen 24,4 Grad Celsius (Quelle: azoren.net). Ausreichende Niederschläge sorgen neben den angenehmen Temperaturen und mineralstoffreichen Vulkanböden für üppig wucherndes Grün im Sommer wie im Winter. Im Sommer sind die Azoren von einer Blütenpracht überzogen, die ihresgleichen sucht und die kristallklaren Vulkanseen sowie das warme Meer machen jeden Urlaub perfekt.

Wegen der meist vorherrschenden Westwinde und der hohen Gebirgszüge auf den westlich gelegenen Inseln, zeigt die Niederschlagsmenge deutliche Unterschiede. Auf den westlichen Inseln geht doppelt so viel Niederschlag zu Boden wie auf den östlichen, sonnigeren Inseln.

Urlaubsaktivitäten auf den Azoren

Neben einem klassischen Badeurlaub und den immer größer werdenden Golfplätzen, bietet die Region auch andere Freizeitvergnügen. Das Gebiet ist wegen der stetigen Westwinde ein beliebtes Segelrevier, doch besonders alle Naturfans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

Wanderurlaub Azoren

Kraterwanderung-Azoren

Wer gerne die Natur zu Fuß erkundet, ist hier genau am richtigen Ort. Die traumhafte, abwechslungsreiche Landschaft bietet dem Auge ein Hochgenuss. Seltene und sogar endemische Pflanzen und Tiere können beobachtet werden. Die Rücksicht gegenüber der einzigartigen Natur sollte jeder Wanderer mitbringen. Auf den unzähligen Wanderrouten, die gut beschildert und angelegt sind, ist für jeden die passende Tour vorhanden. In allen Hotels sowie im Internet findet man zutreffende Informationen über Dauer, Topographie und Schwierigkeitsgrad der Wanderung. Ob leichter Spaziergang oder richtige Gebirgstour mit steilen herausfordernden Anstiegen, die Azoren bieten jedem die freie Auswahl. Die Aussichten, die man auf solchen Wanderungen zu Gesicht bekommt, entlohnen jeden steilen Aufstieg. Regionen, die mit dem Auto nicht zugänglich sind, zeigen das ursprünglich vollkommen unbebaute Gesicht der Azoren und nach einem Bad in einem Kratersee unter blauem Himmel, fällt die Vorstellung nicht mehr schwer, dass die Azoren Überreste des antiken Atlantis sein könnten. Tolle und vielfach bereiste Wanderwege finden Wanderurlauber auch unter wanderwege.visitazores.com.

Delfin- und Walbeobachtungen

24 der weltweit lebenden 81 Wahlarten lassen sich in den Gewässern der Azoren finden. Mit professionellen Walbeobachtungsbooten können Touristen ganz nah an den Tieren sein; traumhafte Fotos sind inklusive. Die Boote fahren aufs Meer und, wenn sich Wale in der Nähe zeigen, wird der Motor abgestellt, sodass sich die Wale von selbst nähern können. Da Wale und Delfine von Natur aus ausgesprochen neugierig sind, kommen die majestätischen Tiere zum Teil bis auf wenige Meter heran. Das nährstoffreiche Wasser sorgt für große Populationen der Wale in diesen Gewässern und somit für eine hohe Wahrscheinlichkeit, mehr als nur eine Art bei jeder Tour beobachten zu können. Aufgrund des oft heftigen Wellengangs und der Bugwellen der Tiere sollten Touristen jedoch unbedingt seefest sein.

Delfine auf den Azoren beobachten

Und noch etwas ganz Besonderes gibt es auf der Insel Pico zu erleben – das Schwimmen mit Delfinen. Nach einer Einführung in die Verhaltensregeln dürfen immer 2 Besucher zusammen mit einem Guide zu den friedlichen Meeressäugern ins Wasser steigen. Um die Tiere nicht zu stören, ist Anfassen zwar tabu, aber mit den Tieren zusammen zu schwimmen und zu tauchen, zu sehen wie sie sich schwerelos unter Wasser bewegen, ist ein einmaliges Erlebnis, das jedem nur empfohlen werden kann. Die Tiere sind sehr neugierig und wenden sich immer wieder interessiert zu den fremdartigen Besuchern ihres Lebensraums.

Tauchen  auf den Azoren-Inseln

Für Taucher bieten die Azoren einzigartige Erlebnisse, die mit dem Roten Meer, Great Barrier Reef und den Malediven durchaus Schritt halten können. In allen Tauchrevieren sind die Sichtbedingungen konstant sehr gut und liegen bei 30 – 40 Metern.

Durch die auf 3000 Meter steil abfallenden Klippen unmittelbar an der Küste, steigen ausgesprochen seltene Tiere aus der Tiefsee auf. So kann hier z.B. der riesige Mondfisch beobachtet werden. Dieser harmlose, sich langsam fortbewegende Riese bietet ein absolutes Highlight jedes Azorenurlaubs. Doch auch wenn sich der seltene Riese nicht zeigt, sorgen die nährstoffreichen warmen Gewässer für eine Explosion an Leben.

Die Princess Alice Bank sowie die Dom João Castro Bank, beide nur mit einer mehrstündigen Bootsfahrt zu erreichen, gelten als die besten Tauchreviere der Azoren. Große Fischschwärme, Haie, Mantas und sogar Wale und Delfine sind anzutreffen und lassen jedes Taucherherz schneller schlagen. Besonders interessant ist die Dom João Castro Bank, bei der nicht nur Fischschwärme sowie Schildkröten, sondern auch hydrothermale Aktivitäten beobachtet werden können. Doch ist dieses Tauchrevier nur für erfahrene Taucher zu empfehlen. Der Umgang mit den starken Strömungen muss gelernt sein, um weder sich selbst noch andere in Gefahr zu bringen.

Azoren Doku auf Phönix

Im folgenden haben wir noch eine sehr sehenswerte Dokumentation über die Azoren auf Youtube gefunden. Wir wünschen viel Spaß beim anschauen.

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