Mallorca Reisebericht von Claudia Schwarz

Mallorca Reisebericht

Im Juli 2013 war es endlich soweit, ich konnte meinen Mann Peter endlich überreden mit mir einen Urlaub auf der Ferieninsel Mallorca zu verbringen. Weswegen er sich die ganze Zeit gesträubt hatte, waren die Vorurteile, welche uns das TV und die Printmedien suggerieren wollen. Mallorca sei eine Partyinsel, auf welcher lediglich betrunkene und jugendliche Touristen urlauben. Das dies nicht stimmt und die Insel Mallorca weitaus mehr zu bieten hat als Ballermann, wollte ich meinem Mann nun beweisen und so buchten wir unseren zweiwöchigen Trip für Anfang Juli 2013.

Unser Urlaubsort Cala Millor

Cala Millor befindet sich an der Ostküste Mallorcas und ist ein vor allem bei Familien beliebter Badeort. Besonders gut gefällt der kilometerweite Sandstrand welcher auch für Familien mit kleinen Kindern einladend ist, da er sehr flach abfällt. Direkt vor dem Strand verläuft die Strandpromenade, auf welcher keine Autos fahren. Hinter der Promenade befinden sich die vielen Hotels, über 5 Sterne Luxus und All-Inklusive bis hin zu gemütlichen Appartements ist eigentlich alles zu finden. Da wir gern landestypisch essen, entschieden wir uns für ein gemütliches 3 Sterne Appartement direkt in der ersten Strandreihe. Der Urlaubsort Cala-Millor ist an sich ein touristisch ausgebauter Ferienort mit zahlreichen Hotels, Unterhaltungs- und Einkaufsmöglichkeiten. Die beliebte Ladenstraße bietet zahlreiche Souvenirs- aber auch Modegeschäfte. Nach einem erlebnisreichen Tag kann man hier stets noch ein wenig bummeln und shoppen.

Tag 2 – Ausflug nach Porto Cristo

Porto CristoGleich am zweiten Tag machten wir uns auf den benachbarten Ort Porto Cristo zu erkunden. Von Cala Millor aus ist es sehr einfach mittels des Linienbusses zu erreichen. Nach rund 15 Minuten Fahrtzeit ist man schon da. Übrigens: Der berühmte Tennisspieler Rafael Nadal (gebürtiger Mallorquiner) hat in Porto Cristo ein Haus. Neben einem kleinen idyllischen Hafen, hat der Ort mit den Coves del Drac eine Tropfsteinhöhle zu bieten. Die Höhle besitzt den größten unterirdischen See Europas. Während unserer Besichtigung wurden in einem Ritt leider „massenweise“ Touristen durch die Höhle geführt. Die Gruppe war so groß, dass man bereits in der Mitte der „Kette“ keinerlei Informationen vom Führer verstehen konnte. Als wir dann in einer großen Halle angekommen waren, welche einen tollen Blick auf den unterirdischen See bot, nahmen wir alle Platz und es wurde eine Art Theaterstück aufgeführt. Letzten Endes fuhren Boote, ähnlich derer in Venedig. über den See, wobei mit Musik und Schatten eine recht gute Atmosphäre erzeugt wurde. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Coves del Drac sehenswert sind, allerdings sollten die geführten Gruppen deutlich verkleinert werden.

Tag 4 – Ausflug zum Cap de Formentor

Toller Ausblick am Cap FormentorNachdem wir am 3. Tag den schönen Strand in Cala Millor genossen haben, hatten wir uns für die folgenden drei Tage einen Mietwagen geliehen. An Tag4 stand das Cap de Formentor auf dem Programm. Die Fahrtstrecke von Cala Millor bis ans „Nordcap“ beträgt ca. 1,5 bis 2 Stunden, was größtenteils daran liegt, dass man bis zum Cap hauptsächlich Serpentinen fahren muss bzw. darf. Während der Fahrt fallen einem auch viele Reisebusse auf. Es ist aber unbedingt empfehlenswert, diesen Trip ans Cap de Formentor selbst und ohne Bustour zu machen, da es bis zum Cap als solches, zahlreiche Fotostopps gibt, an welcher man die tolle Aussicht bewundern kann.

Mirador de Mal Pas

Unter diesem Namen werden die Aussichtspunkte am Cap de Formentor bezeichnet, welche über mehrere Wege miteinander verbunden sind. Am dortigen Parkplatz findet man ein Denkmal von Antonio Parietti, welcher der Ingenieur der Straße war. Von dort hat man einen tollen Ausblick über das Meer und die Steilküste. Wer sich traut, wir haben es uns nicht, fährt ein nochmal rund zwei Kilometer langes Gässchen hinauf zum Wachtturm Talaia d’Albercuix, welcher im 16. Jahrhundert erbaut wurde.

Am Cap de Formentor letztendlich angekommen, genießt man die tolle Aussicht auf das türkisblaue Meer. Wir hatten bei unserem Besuch eine gute Sicht und konnten bis zur Nachbarinsel Menorca schauen – grandios! Am Cap selbst befindet sich ein Leuchtturm samt Bar, welche allerdings sehr hohe Preise hat. Getrunken haben wir zumindest nichts, da wir mit dem Mietwagen unterwegs waren, hatten wir sowieso immer genug zutrinken dabei.

Tag 5 – zweiter Mietwagentag & Ausflug Palma de Mallorca & Port d’Andratx

Kathedrale von Palma de MallorcaNachdem wir am Vortag am Cap de Formentor gewesen sind, sollte der 5. Tag in die Inselhauptstadt Palma de Mallorca (Mallorquiner nennen sie: La Ciutat – die Stadt) gehen. In Palma angekommen ist es erst einmal schwierig einen Parkplatz zu finden. Die Reiseleitung vor Ort hat uns empfohlen direkt in der Tiefgarage bei der Kathedrale zu parken, dies hat auch wunderbar geklappt. Die Parkkosten sind human und man ist direkt in der Altstadt. Palma ist insgesamt eine pulsierende Stadt, welches tolles mediterranes Feeling vermittelt. Etwa die Hälfte aller Mallorquiner (rund 400.000) leben in der Inselhauptstadt – genannt werden sie übrigens Palmeros. Dabei ist es erstaunlich wie sich die Stadt ihre Kultur bewahrt hat. Der Tourismus prägt an keiner Stelle das Stadtbild. Neben der Kathedrale gibt es zahlreiche sehenswerte Paläste aus gotischer Zeit, welche liebevoll restauriert wurden. Wer gern shoppt, findet in Palma de Mallorca viele Einkaufsmeilen mit Boutiquen und Geschäfte, welche zum Flanieren einladen.

Neben der Altstadt hat Palma auch einen großen Hafen zu bieten. Hier ankern viele große Luxusliner, wie zum Beispiel die Queen Mary II. Viele der Kreuzfahrtschiffe starten von hier aus ihre Mittelmeerkreuzfahrt oder dienen als Fähre zu den kanarischen Inseln.

Nach unserem Besuch in Palma fuhren wir noch ein wenig weiter in westlicher Richtung bis zum Ort Port d’Andratx (Puerto de Andraitx). Die im 17. Jahrhundert gegründete Siedlung war früher ein reiner Fischerort. Heute ist es ein Ort an dem sich die Prominenz die Klinke in die Hand gibt. Im Hafen liegen zahlreiche Luxusjachten und auf den Straßen sieht man mehr Porsche, Ferraris und Lamborghinis als anderswo. Sehen und gesehen werden ist sicherlich ein wichtiges Motto in Port d’Andratx.

Tag 6 – letzter Mietwagentag – Besuch Sineu und Platja Es Trenc

Mittwochsmarkt in Sineu

Sineu Wochenmarkt am MittwochAm letzten Mietwagentag besuchten wir gleich früh den schönen Ort Sineu im Inselzentrum. Wir hatten den Besuch Snieus so gelegt, dass wir dort Mittwochs hinfuhren, denn da ist im Ort Wochenmarkt.

Der Markt findet im Zentrum des Ortes rings um die Kirche „Nostra Senyora dels Angels“ statt und bietet neben einem altertümlichen Viehmarkt auch zahlreiche Händler die alles mögliche verkaufen.

Da Sineu touristisch wenig geprägt ist, macht es hier besonders viel Spaß über den Markt zu schlendern. Neben dem Markt an sich ist die niedliche Altstadt des Örtchens besonders sehenswert.

Platja Es Trenc

Es Trenc - leider kein Geheimtipp mehr!Es Trenc ist einer der längsten Sandstrände der Insel Mallorca. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, gibt es keinerlei Hotels oder sonstige Bebauungen. Als wir ankamen, waren wir allerdings erst einmal überrascht, wurden wir doch auf dem Parkplatz vor dem Strand mächtig zur Kasse gebeten (6 Euro!).

Früher galt Platja Es Trenc als Geheimtipp, an welchem man fast alleine baden konnte. Sollte es diese Zeiten je gegeben haben, sind diese längst vorbei. Bei unserem Besuch waren fast genauso viele Menschen am Strand wie bei uns in Cala Millor.

Der Strand an sich ist schön, nur wenn er so dermaßen überlaufen ist, kann man sich Es Trenc als Tagesausflug sicherlich sparen.

Tag 10 – Ausflug Port de Soller – Sa Calobra – Torrent de Pareis

Port de SollerNachdem wir wieder einige Tage am Strand von Cala Millor verbracht haben, buchten wir bei der Reiseführung einen Tagesausflug in die Serra de Tramuntana. Gegen 8 Uhr wurden wir mit einem klimatisierten Reisebus abgeholt und wir fuhren in Richtung Palma de Mallorca, von wo aus unser Trip starten sollte. Während der Fahrt erfuhren wir zahlreiche interessante Informationen über die Insel und die Mallorquiner.

In Palma angekommen stiegen wir in den „Roten Blitz“ einer Art Bimmelbahn, welche von Palma de Mallorca bis nach Soller in den Bergen fährt. Die Serra de Tramuntana haben ihren besonderen Reiz und sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Besonders bei Wanderfreunden, welche Mallorca im Herbst oder im Frühjahr besuchen, ist die mallorquinische Bergwelt beliebt.

Nach unserer Fahrt mit dem Roten Blitz kamen wir wenig später in Port de Soller an, wo uns die Reiseleitung Zeit gab, die Altstadt zu besichtigen und ein wenig zu verweilen. Wenig später ging es dann auf das Boot, welches uns nach Sa Calobra brachte, wo wir dann im nahegelegenen Torrent de Pareis baden konnten. Sehr atmosphärisch gelegen zwischen Felswänden, macht das Baden hier besonders Spaß. Für Urlauber, welche per Mietwagen an den Torrent de Pareis fahren wollen sei gesagt, dass hier unbedingt vor oder nach dem Mittag gerastet werden sollte, denn um die Mittagszeit sind relativ viele Touristentouren vor Ort.

Der Mallorca Urlaub neigt sich dem Ende zu..

Die letzten Tage verbrachten wir wieder am Strand von Cala Millor und genossen das blaue Meer und das fantastische Wetter. Am letzten Strandtag fragte ich meinem Mann, wie es ihm auf der „Partyinsel“ gefallen hat. Er antworte, dass es ihm sehr gefallen hat und das Mallorca weitaus mehr zu bieten hat als Ballermann-Tourismus.
Good Bye Mallorca Sonnenuntergang

Bis zum nächsten Jahr
Claudia und Peter

Bildquellen
Bild von Porto Cristo: lothar haeger / pixelio.de
Bilder von Es Trenc, Sonnenuntergang und Einführungsbild: pixelgalerie.com
Alle anderen Bilder: Pixabay.com

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