Reisebericht Andalusien von Ramona und Kai

Andalusien-Reisebericht

Der Flug ging von Düsseldorf aus nach Sevilla, unserer ersten Etappe – und hier beginnt auch mein Reisebericht über die spanische Region Andalusien. Nach der Ankunft im Hotel, das wir in der Stadtmitte gewählt hatten, führte der erste Erkundungs-Spaziergang durch die engen Gassen des Altstadtviertels Santa Cruz. Santa Cruz war einst das Judenviertel und zieht den Besucher besonders durch seine kleinen Plätze und malerische Innenhöfe in seinen Bann. Der Abend auf der Plaza de Dona Elvira mit all dem bunten Leben und Treiben lässt uns fühlen – wir sind in Andalusien angekommen.

Weiße Dörfer in AndalusienAm folgenden Tag stand die Besichtigung der Kathedrale von Sevilla auf dem Programm. Hier ist es nicht notwendig – wie z.B. in der Alhambra – sich lange vorher einen Besichtigungstermin zu reservieren. Es werden aber trotzdem immer nur kleinere Besuchergruppen eingelassen und so kann man den Innenraum mit seinem Reichtum, dem gotischen Kreuzgewölbe und den fantastischen, bunten Fenstern in aller Ruhe auf sich wirken lassen. Bedenkt man, dass diese Kathedrale die drittgrößte der Welt ist, so ist man erst einmal überrascht, dass sie von außen nicht so monumental wirkt, sondern eher verspielt. Was sicher auch auf das Minarett, den Glockenturm La Giralda, zurück zu führen ist. Die Kathedrale war einst eine Moschee, von der aber heute nur noch das Minarett zeugt. Die wahre Größe und Dimensionen erlebt man wirklich erst im Inneren.

Andalusien Video aus dem ARTE-Programm

Andalusien, das Land der wilden Pferde und endloser, breiter Strände

Andalusien-NaturNach unserem Abschied von Sevilla soll unsere Route an die Costa de la Luz gehen. Der Weg dorthin führte uns über El Rocio, einem berühmte Marien-Wallfahrtsort und Ausgang von Besichtigungstouren in die Coto de Donana. Als wir El Rocio erreichten, wirkte der Ort wie ausgestorben. Man könnte in dieser Kulisse ohne große Mühe sehr realistisch einen Wild West Film drehen. Die Straßen sind sandig und die meisten Häuser gehören Familien, die aber tatsächlich nur zu Pfingsten hierher kommen. Da lebt der Ort auf und feiert das Fest der „Blanca Paloma“ – der Heiligen Jungfrau von Rocio. Während unseres Aufenthaltes konnten wir eine geführte Tour in den Nationalpark Donana buchen und eine unbeschreibliche Vogelvielfalt erleben. Leider haben wir nicht die wilden Pferde erlebt, die sind äußerst scheu und nur selten in der Natur zu sehen.

Unser Ziel an diesem Tag war Matalascanas, einem Badeort an der spanischen Atlantik-Küste mit einem dreißig Kilometer langem Sand- und Dünenstrand. Das Meer direkt vor der Hotelterrasse, haben wir am Abend bei einem guten Glas Sherry die vorbeiziehenden Lichter auf dem Meer beobachtet, die zu großen und kleineren Schiffen gehörten und die Straße von Gibraltar ansteuerten oder gerade verlassen hatten.

Andalusien Sehenswürdigkeit: Sanlucar

Weiter ging die Fahrt nach Chipiona. Doch vorher -als weiteres Highlight – überquerten wir die Mündung des Gudalquivir in Sanlucar und haben am Hafen in einem der vielen kleinen Bars frischen Fisch und Scampis genossen. Sanlucar gilt für mich noch als Geheimtipp. Es kommen nicht viele Touristen hierher. Die Stadt an der Mündung des Guadalquivir war einstmals eine reiche Handelsstadt, wovon etliche Villen zeugen und dazu kommen die Bauten aus maurischer Zeit und bilden zusammen ein ganz eigenes pittoreskes Ambiente. Wie in allen spanischen Städten, so ist auch hier in der Mitte der Stadt der Hauptplatz gesäumt von Palmen, Restaurants und Cafes sowie zahlreichen Bänken zum Verweilen.

Am Abend erreichten wir unser Ziel, Chipiona. Diese spanische Kleinstadt hatte es uns ganz besonders angetan. Zwar kommen auch viele Touristen hierher, um Badeurlaub zu machen, aber trotzdem hat sich Chipiona noch eine ganz eigene Ursprünglichkeit erhalten. Im Ort findet man hübsche kleinere Hotels und einer der langen Strandspaziergänge führt immer wieder zum Wahrzeichen des Ortes, dem Leuchtturm „Faro de Chipiona“. Er ist der höchste Leuchtturm Spaniens. Sehenswert ist auch das Kloster mit der „Schwarzen Madonna Virgen de Regla“, der Stadtpatronin von Chipiona.

Weiße Dörfer, schwarze Stiere und Flamenco

Sevilla-AndalusienDann führte uns unsere Fahrt weiter zu den weißen Dörfern, den Pueblo Blanco und hier zu dem für mich schönsten Dorf – nach Arcos de la Frontera. Auf einem Bergrücken liegend ist Arcos von Stauseen umgeben über dem Fluss Guadalete. Der Ort war als Festung gebaut und wurde doch von den Mauren erobert, die dann auch das Ortsbild entsprechend der maurischen Kultur prägten, das bis heute sehr gut erhalten ist. An diesem Tag haben wir in Jerez de la Frontera übernachtet, dem größten Ort der weißen Dörfer. Bekannt ist Jerez vor allem durch die Sherry-Produktion und so sind im ganzen Ort Kellereien und Bodegas zu finden, die besichtigt werden können und zu Weinproben einladen. Auf unserer Fahrt durch das Land haben mich die riesigen Felder mit Sonnenblumen immer wieder fasziniert, die je nach Sonnenstand ihre Blütenkörbe ausrichteten. Auf den Weiden rund um die Haziendas beeindruckten nicht nur die rassigen Pferde, sondern auch die kraftvollen, berühmten schwarzen Stiere, die aber immer besonders bewacht wurden von „Hirten“ und deren Weiden besonders gesichert waren.

Den letzten Abend unserer Rundreise erlebten wir wieder in Sevilla bei einer bunten, quirligen Flamenco-Show. Hinreißende Rhythmen und Tänzerinnen in den klassischen Flamenco Kostümen begeisterten uns und ließen den Abschied von einem Land mit vielen Facetten, einer beeindruckenden, abwechslungsreichen Landschaft und Städten voller Kultur schwer werden.

Bildquelle: Pixabay.com

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