Reisebericht: Kairo und Umgebung

Kairo-Reisebericht

Wir sind seit jeher absolute Städtereise-Fans. Nachdem wir bereits New York und Madrid besucht hatten, wollten wir dieses Mal unbedingt die ägyptische Hauptstadt entdecken. Wie immer haben wir nicht pauschal gebucht sondern Flug und Hotel einzeln über das Internet. Das Hotel war im Angebot bei Neckermann Reisen und unseren Ägypten Flug haben wir recht günstig bei fluege.de gebucht.

Unsere Reise nach Kairo machten wir im Frühjahr, wo die Temperaturen angenehm warm, aber nicht zu heiß waren. Die Hauptstadt von Ägypten faszinierte uns seit Kindheitstagen.

Fünf Tage, eine Stadt und ihre Umgebung erkunden – so war unser Plan für die Kairo-Reise.

Am meisten interessierten uns die Pyramiden von Gizeh, die zu den sieben Weltwundern gehören und dadurch eines der meist besuchten Touristenattraktionen sind. Bei unseren Recherchen vor der Reise und den Fotos der Pyramiden, die man so allgemein immer einmal gesehen hat, wirkten die Pyramiden wirklich groß und beeindruckend. Dies war live komplett anders. Die Pyramiden erschienen viel kleiner als wir erwartet hatten. Erstaunlich war aber, dass sie imposanter wurden, je länger wir davor standen.

Pyramiden-von-Gizeh

Einen weiteren kulturellen Höhepunkt auf unserer Reise bildete der Besuch des Ägyptischen Museums, das mehr als 120.000 Kunstobjekte beherbergt und somit die größte Sammlung dieser Art auf der Welt hat. Am Einlass wurde uns geraten, für die absoluten Highlights im Museum wenigstens vier bis fünf Stunden einzukalkulieren. Wir wussten bereits um das irrsinnige Ausmaß der Ausstellung und hatten einen kompletten Tag dafür eingeplant. Besucher, die das gesamte Museum anschauen wollen, sollten es mehrere Tage in Folge besuchen. Am meisten beeindruckt hat uns der sogenannte „Royal Mummy Room“. Dort sind elf Mumien ausgestellt, die für mich persönlich den Inbegriff vom Land Ägypten verkörpern. Selbstverständlich sind auch die Grabmasken, Tiermumien und die Bildnisse des Tutankhamun überaus sehenswert. Jeder wird im Ägyptischen Museum seinen besonderen Höhepunkt finden.

Royal-Mummy-Room

Ein Highlight jagt das Nächste…

Da wir uns nicht nur die Kultur der Stadt Kairo, sondern auch ihre Kirchen und Moscheen ansehen wollten, begann dieser Teil der Reise an der Madrasa-Moschee. Sie ist eine der weltweit größten Exemplare und wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Ehrfurchtsvoll standen wir im prächtigen Innenhof und bestaunten, wie die Sonne am frühen Morgen in das dunkle Mausoleum schien.

Als zweiter Punkt unserer Gotteshäuser-Tour stand die sogenannte „Hängende Kirche“, die durch ihre Bauweise über einem römischen Tor mit Zugang über einen Treppenaufgang ihren Namen erhalten hat. Die hängende Kirche ist die älteste christliche Kirche in Kairo und hat uns vor allem durch ihr tolles Innere wie die marmorne Kanzel beeindruckt.

Ebenso zu den Kirchen gehörend war für uns die Totenstadt von Kairo. Der Besuch dieses Friedhofs war für uns gleichermaßen gruselig wie auch spannend. Für viele Ägypter ist es bereits seit vielen Jahren Tradition, an den Gräbern ihrer verstorbenen Lieben am Wochenende ein Picknick zu machen und ihnen so zu gedenken. Das hatte uns neugierig gemacht. Aus Sicherheitsgründen hielten wir uns nur auf den Hauptwegen des Friedhofs auf und bewunderten die wundervolle Architektur, die man dort vorfand.

Zwischen unseren kulturellen Erkundungen zog es uns in eine sehr gut erhaltene Karawanserei. Die ehemalige Kaufmannsherberge, in der früher die Tiere der Kameltreiber untergebracht wurden und Handel betrieben wurde, ist der modernen Zeit angepasst. Im Innenhof finden von Zeit zu Zeit Theateraufführungen und kleine Konzerte statt und die damaligen Ställe sind mit Ausstellungsstudios von Künstlern belegt.

Da wir auch architektonisch sehr großes Interesse hegen, schauten wir uns den Bayn al-Qasryn-Platz an. Er ist geprägt von einer imposanten Fassade durch den großartigen Komplex aus Palästen der Mameluken. Besonders eindrucksvoll war für uns das Mausoleum von Qalaun, das sich dort befindet. Es ist so wunderschön verziert mit farbigem Glas, Kassettendecken und Stuck – hier wird jedes Künstlerherz höher schlagen.

Kairo ist architektonisch wie auch kulturell interessant und gehaltvoll. Mit dem Schritt entdeckten wir auf unserer Reise neue großartige Bauwerke, Fassaden, Farben, Formen und erlebten ein Stück Jahrtausende zurückliegender Geschichte mit.

Ausflüge in die Umgebung von Kairo

Nach intensiven Tagen des Erkundens der Hauptstadt, hatten wir Lust, in deren Umgebung aufzubrechen und diese zu entdecken. Als Kontrastprogramm zum Kulturprogramm starteten wir zuerst auf den großen Kamelmarkt, der etwa 35 Kilometer nordwestlich vom Zentrum Kairos stattfindet. Montags und freitags können Urlauber wie wir das Treiben beobachten, wie in einem Tumult aus Geräuschen und Gerüchen die Kamele weiterverkauft werden. Das war eine vollkommen neue und interessante Erfahrung für uns, die nicht allzu lang war, wir aber nicht mehr missen möchten.

Direkt im Anschluss an den Kamelmarkt fuhren wir weiter nach Alexandria. Hauptziel dort war für uns, an der schönen Promenade entlang zu bummeln, die Stadt in Ruhe zu erkunden und am schönen Strand baden zu gehen.

Nach einem Stadtbummel durch Alexandria besuchten wir zudem die Zitadelle von Qaitbai, die eines der sieben Weltwunder der Antike bildete. Da sie sehr prunkvoll und beeindruckend war, bekamen wir erneut Lust auf einen kleinen Museumsbesuch und verbrachten diesen im Schifffahrtsmuseum. Dies war abwechslungsreich im Vergleich zu den Museen in Kairos Innenstadt, da es weniger Kultur und dafür mehr Einblicke in die Seefahrtsgeschichte gab.

Stufenpyramide-Sakkara

Am zweiten Tag in Kairos Umgebung bereisten wir die Klassiker Memphis und Sakkara. 24 Kilometer südlich des Zentrums von Kairo gelegen, sind auch diese historischen Stätten überaus sehenswert und interessant. Memphis und Sakkara liegen etwa drei Kilometer voneinander entfernt und können ab/an Kairo auf diversen Wegen erreicht werden. Zur Verfügung stehen eine Fahrt mit dem Taxi, dem Bus oder landestypisch mit einem Kamel- oder Pferderitt. Letzteres wählten wir und dies war ein Garant für jede Menge Spaß, Action und tollen Eindrücken auf dem Weg von Kairo zu unserem Tagesausflug. Die beiden Stätten benötigen in jedem Fall einen kompletten Tag Zeit, weil schon Sakkara eine Ausdehnung von sieben Quadratkilometern hat. Die Ausgrabungsarbeiten waren bei unserer Reise noch in vollem Gange und sind es auch heutzutage noch – das Ausmaß des Wertes dieser Stadt ist bei weitem noch nicht überschaubar. Sakkara ist bereits jetzt von unschätzbarem Wert. In Sakkara wurden damals die ersten Pharaonen beerdigt, was uns bewusst werden ließ, wie weit die Geschichte dieses Ortes bereits zurückliegt.

Auch Memphis, die Hauptstadt der Antike und älteste königliche Residenzstadt weltweit, hat uns beeindruckt, obwohl sie relativ klein war. Wir konnten ein paar Statuen sowie ein kleines Museum besichtigen. Es ist daher für die kommenden Gäste ratsam, zuerst Memphis und erst anschließend Sakkara zu besichtigen. So lässt sich eine gewisse Steigerung in diesen Tagesausflug bringen.

Insgesamt war sowohl Kairo als auch seine Umgebung absolut eine Reise wert. Die Reise hat meine Kindheitserwartungen bestätigt und sogar verbessert und auf jeden Fall meine Kenntnisse erweitern und die Eindrücke dieser tollen Stadt intensiviert.

Empfehlung: Arte Dokumentation über Kairo auf Youtube

Wer mit dem Gedanken spielt Kairo zu besuchen, oder sich grundsätzlich über die ägyptische Hauptstadt informieren möchte, dem sei folgendes Video ans Herz gelegt:

Hinweise

Aktuell gibt es immer wieder Probleme mit der Sicherheit bzgl. Reisen nach Ägypten bzw. den arabischen Raum insgesamt. Wir empfehlen, sich vor Reisebuchung auf den Seiten des auswärtigen Amtes zu informieren.