Sardinien – Insel voller faszinierender Gegensätze

Sardinien-Reiseinformationen

Gegensätzlicher kann eine Insel unter der Sonne des Südens kaum sein. Schneeweiße Strände vor einem azurblauen Meer – wilde und schroffe Berge im Landesinnern. Sardinien ist eine Welt für sich mit malerischen Hafenstädtchen, die ausschauen, als seien sie einer Postkarten-Idylle entliehen. Mit der Hauptstadt La Maddalena, die sich nicht nur an einem der zahlreichen kirchlichen Feiertage herausputzt aber auch mit dem Charme der lieblichen Landschaft im Südwesten mit ihren fruchtbaren Kornfeldern und grünen Eichenwäldern. Von Sardinien, dem einzigartigen Ableger Italiens im Mittelmeer, sagt man, hier gebe es eine Million Menschen und sechs Millionen Schafe. Letztere hat niemand gezählt, doch wer die Insel bereist, der wird immer wieder gestoppt von den blökenden Vierbeinern auf den hügeligen Straßen.

Oft anzutreffen: Schafherden auf Sardinien © pixabay.com

Oft anzutreffen: Schafherden auf Sardinien © pixabay.com

Schafe sollen angeblich eine beruhigende Wirkung auf Menschen ausüben. Wenn dem so ist, dann sind diese Herden ein weiterer Grund, um Sardinien als Urlauber die Aufwartung zu machen. Und wer immer schon mal gern den Fuß auf den pulverigen Sand von Tahiti setzen wollte, der kann hier seinem Traum sehr nahe kommen. Denn auf der zu Sardinien gehörenden Insel Caprera gibt es einen Strand namens „Tahiti“. Zwar heißt er offiziell Cala Coticcio, doch die Sarden haben sich schon vor langer Zeit auf „Tahiti“ geeinigt – unter anderem wegen der türkisfarbenen Wellen, die an den weißen Strand der Bucht plätschern.

Auf den Spuren eines Volkshelden

Der Duft des wilden Lavendel liegt in der Luft – und auch der der Macchia, die vor allem in den Bergregionen der Insel anzutreffen ist und deren Büsche an der Costa del Sud bis ans Meer heranreichen. Die Bevölkerung Sardiniens liebt die gelben Früchte des Corbezolo, des Erdbeerbaums, die zu einer schmackhaften Marmelade werden. Auf Caprera wandeln die Besucher auf den Spuren des Volkshelden Giuseppe Garibaldi, dessen Name sich wiederfindet in Restaurants, Cafès und einer Trattoria. Garibaldi galt als Haudegen und Abenteurer, für die Sarden war er jedoch vor allem ein Freiheitskämpfer für die Einheit Italiens. Seine Granitinsel soll er mit den Worten verherrlicht haben: „Auf deinem Felsen fühle ich die Aura der Freiheit. Deine Sträucher sind mein Park, hier betrachte ich das Unendliche.“

Ausflugsziel Caprera © pixabay.com

Ausflugsziel Caprera © pixabay.com

Nicht nur auf Caprera gibt es so manches zu betrachten. Sardinien ist wie ein riesiger Nationalpark mit sieben Hauptinseln und rund sechzig Inselchen. Die Küstenlinie ist 180 Kilometer lang – unter anderem mit engen Einschnitten, die den norwegischen Fjorden nicht unähnlich sind. Mit etwas Glück kann der Besucher sich am Spiel der Delfine im Meer erfreuen. Dies alles ist ein ideales Urlaubsrevier für die ganze Familie, die sich zumeist in einem der vielen sehr gut ausgestatteten Ferienhäuser oder Wohnungen in Strandnähe einquartieren. Während unserer Reise 2014 haben wir unser Ferienhaus günstig über interchalet.de gebucht.

Obstplantagen und Weinfelder

Ein beliebtes Domizil ist das grüne Tal des Flusses Cedrino, wo die Ferienhäuser eingebettet sind in Obstplantagen und Weinfelder. Die historische Stadt Orosei die der Ausgangspunkt zu einem Sandstrand, der sich hinter einem Pinienhain bis zur Steilküste des Golfs von Orosei erstreckt. In den engen Gassen der alten Stadt lässt es sich genüsslich bummeln, und auf der Piazza del Poppolo wird sich ein schattiger Platz unter einem der knorrigen Bäume finden. Unweit von hier verläuft die Panoramastraße durch Supramonte, den sardische Dolomiten, mit ihren weißen Kalkfelsen.

Häufig anzutreffen: Kaktusfeigen auf Sardinien © pixabay.com

Häufig anzutreffen: Kaktusfeigen auf Sardinien © pixabay.com

Das Bergdorf Dorgali befindet sich am nördlichen Zipfel des Supramonte und verdankt es der außergewöhnlichen Lage, dass es jahrhundertelang von den Seeräubern verschont blieb. Das Dorf duckt sich hinter dem Monte Bardia. In Cala Gonone waren ehemals zahlreiche Fischer beheimatet. Heute hat der Ort eine besondere Anziehungskraft auf Familien, die hier ein Ferienhaus oder einen Bungalow angemietet haben. Der Ort verfügt über einen kleinen Sporthafen und zahlreiche sehr gute Restaurants. Cala Liboretto ist ein sympathischer Badeort zwischen den großen Naturschutzgebieten der Insel, und die Strände Biderrosa und Berchida sind selten überlaufen. Das ruhige Hinterland dieses Teils von Sardinien geht über in eine grandiose Bergkulisse.

Sardinien Sehenswürdigkeiten: Die Zeugnisse der Geschichte

Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte war Sardinien das Ziel vieler Völker: Punier, Römer, Byzantiner, Araber, Schwaben und Spanier. Sie alle hinterließen auf den Inseln ihre Spuren, und die Zeugnisse der Vergangenheit sind noch immer zu besichtigen. Der Su Naraxi ist der besterhaltene prähistorische Turmbau auf Sardinien. Aber auch der Is Paras ist ein vielfotografiertes Objekt, weil er aus weißem Kalkstein erbaut wurde. Schon die Ureinwohner der Inseln errichteten Kultstätten, um dort von den Göttern Wasser zu erbitten. So finden sich in zahlreichen Gegenden Sardiniens noch immer Brunnenheiligtümer, von denen jenes von Santa Vittoria das bekannteste ist.

Nuraghe © pixabay.com

Die umfangreichste Begräbnis- und Weihestätte des Altertums ist die Nekropole von Anghelu Ruju. Domus de Janas, „Häuser der Feen“, nennen sich die historischen Felsengräber der Ozieri-Kultur, denen man bei Erkundungen der Insel immer wieder begegnet. Zu den landschaftlichen Besonderheiten zählen der Gennargentu – das Dach der Insel und die Blue Marino, eine Tropfsteinhöhle, die mit dem Boot von Cala Ganone aus erreichbar ist. Und wer den vom Aussterben bedrohten sardischen Esel aufspüren möchte, der sollte sich im Naturpark Mui Muscas umschauen.