Schottland Urlaub – Rundreise mit Glasgow, Highlands und Loch Ness

Schottland Urlaub - Reisebericht

Unsere Reise sollte nach Schottland gehen und diesmal wollten wir fliegen. Vom Flughafen Hahn aus nach Edinburgh dauerte der ganze Reisespaß kaum länger als eine Stunde und danach waren wir in einer anderen Welt.

In Edinburgh mieteten wir einen kleinen Wagen und mussten uns zuerst einmal an das Linksfahren gewöhnen. Ooops, wirklich gewöhnungsbedürftig! Von Edinburgh aus sollte unsere Reise nach Westen, nach Glasgow führen. Dort wurden wir von der Tochter einer Freundin erwartet. Das Mädel macht dort ein Auslands-Studienjahr und wir wollten alles in allem, sie + Schottland besuchen. Spannend, denn in England, resp. Schottland waren wir noch nicht. Es fühlte sich wenigstens für den Anfang gut an, eine Anlaufstelle zu haben.

Die geistige Vorbereitung auf Schottland

Um sich auf die 5-tägige Reise ins Vereinigte Königreich vorzubereiten, was ja zugegebenermaßen viel zu kurz ist, hatten wir freilich zuvor einiges gelesen und uns entsprechende Filme angesehen. Alles kein Problem mehr. Schon die Vorbereitung war spannend genug. Auch über das Nationalgericht der Schotten, den Haggis, wollten wir bereits im Vorfeld mehr wissen, und entgegen aller noch so positiver Überzeugungsversuche: wir haben vom Schaf und seinen Innereien dann doch die Finger gelassen. Dafür aber fanden wir großes Interesse an Cullen Skink, Porridge, den süßen Shortbreads, der ebenfalls süßen Cranachan-Delikatesse und natürlich: Schottischem Whisky + Guinness. Keines von all dem hat uns enttäuscht – dafür wenigstens waren wir völlig offen.

Vom Flughafen direkt nach Glasgow – 1. Tag

Der Edinburgh Airport liegt etwa 15 km westlich der schottischen Hauptstadt. Eigentlich hatten wir geplant, die Stadt noch am selben Tag zu besuchen, was wir dann doch lieber auf den Abreisetag verschieben wollten. Jetzt wollten wir erst mal etwas anderes als Straßen, Häuser und Stadt sehen. Auf Landstraßen ging es also ca. 70 km nach Westen, was ungefähr genauso lange dauerte, wie unser Flug. Dafür aber war es herrlich grün, schottisch eben.

In Glasgow wurden wir bereits erwartet und gleich auf einem Rundgang zu ein paar beeindruckenden Plätzen in der Innenstadt geführt. George Square, Gallery of Modern Art, Glasgow Cathedral (St. Mungo´s Cathedral), the School of Art, Caledonian University, Parks und Museen, alles, was sich nördlich des River Clyde zu Fuß einigermaßen erreichen ließ. Zwischendurch der eher internationale Lunch in einem Restaurant und am Abend der Besuch in einem wirklich netten Pub im Westend der Stadt. Und da war er bereits, der schottische Whisky und das mitten im Heimatland! Hier bot sich uns eine Bandbreite an Whisky, wie ich mir das gar nicht so recht vorstellen konnte. Zig verschiedene Sorten in einer bunten Vielfalt an Flaschen und Etiketten, beeindruckend! Zu essen gab´s Eintopf – genau die richtige Grundlage für zumindest meine weiteren Versuche, die feinen Unterschiede einiger Sorten Whisky herauszuschmecken.

Der 2. Tag – Auf dem Weg in die Highlands Schottlands

Die traumhafte Landschaft Schottlands.Am nächsten Morgen ging es weiter nach Norden, wobei wir einen kurzen Abstecher nach Paisley machten, einer Universitätsstadt, ca. 10 km westlich von Glasgow. Von hier kommt nämlich das berühmte Paisley-Stoffmuster. Im 19. Jahrhundert setzte Queen Victoria einen Trend. Sie machte die kostbaren, importierten Stoffe mit dem dekorativen orientalischen Muster, die Ihrer Majestät Soldaten aus dem fernen Osten mitbrachten, weltberühmt. Schon bald begann man in der schottischen Stadt Paisley günstige Stoffe in diesen Mustern zu produzieren, woher sie ihren Namen haben. Das 20. + 21. Jhd. bescherten diesem unvergesslichen Muster diverse Revivals – ich wollte diese Stadt besuchen, denn schöne Stoffe sind einfach klasse! And by the way, Paisley ist das auch!

Dem Monster von Loch Ness auf der Spur

Urquhart Castle bei Loch NessDanach jedoch ging´s direkt in Richtung Highlands. Wir wollten an diesem Tag Loch Ness und Nessy erreichen. Das sollte eine Tour von ca. 300 km werden, wovon wir nicht eine Meile bereut haben. Das Wetter spielte mit (wir hatten echt Glück), die Stimmung war klasse und unsere geplante Tour führte uns durch eine traumhaft schöne Landschaft, so grün und so viel Wasser! Wir passierten Loch Lomond, einen 36 km langen See im Loch-Lomond-National-Nature-Reserve – sehr beeindruckend – fuhren bis Fort William am Loch Linnhe, einer Meeresbucht an der schottischen Westküste. Fort William ist eine ca. 10.000 Einwohner starke Stadt der westlichen schottischen Highlands. Hier kann man das West Highland Museum besuchen, das über die Geschichte der Jakobiter, Bonnie Prince Charlie aus dem Hause Stuart, das Leben in den Highlands allgemein und über das Fort selbst viel zu berichten weiß. Eine wunderbare, „lebendige“ Ergänzung zum Buch von Stefan Zweig über Maria Stuart. Wir ließen uns Zeit beim Bummel durch die schicke Einkaufsstraße, tranken Tee, nein, nicht Kaffee, stöberten in den Geschäften und genossen die Atmosphäre dieser kleinen touristisch attraktiven Stadt, die ganz in der Nähe des höchsten schottischen Berges, des Glen Nevis, liegt.

Fort WilliamVon hier war es nicht mehr weit bis Loch Ness und dem erhofften Nessy! Loch Ness ist eine sehr tiefe Gletscherspalte gefüllt mit Wasser! Der See hat eine Länge von ca. 37 km, ist das zweit tiefste Loch (schottisch-gälisch für: See) Schottlands und zählt zu dessen schönsten Seen. In Fort Augustus, einem kleinen Ort am südlichen Ende von Loch Ness, mieteten wir ein Zimmer in einer hübschen Lodge und ließen den Abend kommen. Das Fort Augustus wurde berühmt durch William Augustus, den Duke of Cumberland, der im 18. Jahrhundert die Jakobiter in der Schlacht von Culloden (bei Inverness) vernichtend geschlagen hatte. Wie Geschichte oft ist, ist dies eine traurige Geschichte, zumindest für die Schotten. Der Blick auf den See war grandios, so wundervoll, wie die Landschaft und der See selbst. Das hier ist wirklich etwas für Leute, die Natur und Stille lieben und das auf sich wirken lassen wollen!

Inverness und Aberdeen – 3. Tag

Nach einem umfangreichen, sehr englischen Frühstück mit Tea, Würstchen, Eggs und was dazu gehört begann der dritte Tag unserer Schottland Reise. Er führte uns ca. 50 km östlich, vorbei am langen bezaubernd schönen Loch Ness nach Inverness, der Stadt, in der noch heute Shakespeares Macbeth und die Schlacht von Culloden lebendig sind. Mal wieder viel blutrünstige Geschichte, die das Bild der schönen, am Fluss Ness gelegenen Stadt prägt. Heute ist sie Verwaltungs-Hauptstadt und -sitz des Bezirkes Highlands. Eine lebendige Stadt mit Castle (Inverness Castle) und Cathedral (St. Andrew´s Cathedral) und mittelalterlicher Old Highland Church. Wir verbrachten reichlich Zeit bei Lunch und Sightseeing und einem herrlichen Blick auf die Moray Firth, eine lange Bucht (Förde), an der die Stadt Inverness liegt. Danach fuhren wir weiter Richtung Aberdeen, eine Strecke von knappen 170 km, doch mit Zwischenstopp im geschichtsträchtigen Elgin, dem Verwaltungssitz von Moray mit seiner Ruine Elgin Cathedral. Was hier noch funktioniert, das sind diverse Whisky Destillerien und Johnstons of Elgin, eine bekannte Spinnerei, fertigt aus bester Kaschmirwolle schönste Stoffe für Kleidung und Heimtextilien – vielleicht auch die Grundlage für schicke Kilts?

St Machar's Cathedral - Kathedrale von AberdeenEs geht weiter in die, direkt am Meer gelegene Universitätsstadt Aberdeen. Irgendwie scheint die Stadt zu glitzern, was wohl am Glimmeranteil in den Granitblöcken liegt, aus der ihre historischen Mauern erschaffen wurden. Zusammen mit den vielen Parks samt Blumen, so lesen wir, nennt man die Stadt liebevoll auch Silver City oder Flower City. Schön für eine Stadt mit so viel unruhiger und blutiger Vergangenheit. Wir finden mitten im Zentrum ein kleineres Hotel, das uns zu wirklich günstigem Preis ein sehr schönes Zimmer in seinen alten Mauern anbietet. Von hier aus ist es gar nicht weit zur St. Mary´s Cathedral, von wo wir einen Bogen Richtung Stratosphere Science Center und Old Aberdeen schlagen. In der attraktiven Altstadt spielt sich das wahre Leben ab. Die Zeit vergeht im Flug und uns ist nicht eine Minute langweilig. Ca. 1 Stunde westlich von hier liegt Aberdeenshire, wo die Queen auf Schloss Balmoral ihre Sommerresidenz hat, erzählt man uns + meint wir, müssten da einen Blick drauf werfen. Wir meinen das nicht, aber es soll sehr schön gelegen sein.

Von Aberdeen nach Dundee, Perth und Stirling – Tag 4

Am nächsten Morgen geht unsere Reise weiter in die uralte, heutige Universitätsstadt Dundee am Firth of Tay. Wie so ziemlich alle Hafenstädte, so bietet auch Dundee einen Traumblick auf die See, in diesem Fall die Nordsee. Im Hafen ist das Museumsschiff RRS Discovery einer der attraktiven Besichtigungspunkte. Mit dem hölzernen Dreimaster hat Anfang des 20. Jhd. Robert F. Scott die Antarktis erforschen wollen, wobei er jedoch sein kurzes Leben lassen musste. Wir bestaunen Dudhope Castle mitten im Dudhope Park und die Caird Hall.

Weiter geht es nach Perth, das eine lange, bewegte Geschichte vorzuweisen hat. Wir könnten Tage hier verbringen, denn die Stadt ist nicht nur architektonisch interessant; von hier würde man am liebsten mit Rucksack und Trekking-Ausrüstung loslaufen. Perth liegt ebenfalls am Fluss Tay und hat vier herrliche Brücken, die über den Tay führen. Mich erinnert das Bild an eine Mitteldeutsche Stadt – sehr schön.

Anschließend fahren wir weiter nach Stirling, dem sog „Tor zu den Highlands“ – das ist nur etwa eine halbe Stunde entfernt. Das mittelalterliche Zentrum war Stirling Castle, um das herum sich, wie so oft im Mittelalter, eine Ansiedlung bildete. Die spannende Geschichte dieser Stadt ist überall zu spüren. Einstmals war Stirling auch eine der schottischen Hauptstädte und Ende des 14. Jhd. kämpften hier, bei der baulich sehr beeindruckenden Stirling Bridge über den Fluss Forth, die Schotten gegen die Engländer; man fühlt das irgendwie noch heute an diesem Ort.

Wir fahren weiter nach Edinburgh, wo wir den Abend verbringen und uns schon ein wenig in der Stadt umsehen wollen. Für die Fahrt lassen wir uns Zeit; es gibt hier immer was zu sehen.

Edinburgh – der Abreisetag

Edingburgh
Die Entscheidung, bereits am Abend nach Edinburgh zu fahren war richtig. Wir hatten auch so für die Größe und die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt nicht einmal ansatzweise genügend Zeit. Edinburgh ist die schottische Hauptstadt und sie ist traumhaft. Drei berühmte Universitäten, Museen, Theater, Konzerte und Feste – in dieser Stadt scheint richtig was los zu sein. Die Silhouette der Stadt ist ein Traum. Edinburgh Castle ein Muss für jeden Besucher, so auch die North Bridge samt dem beeindruckend Balmoral Hotel, das Anfang des 20. Jhd. am Ende der Princes Street seine Pforten für internationale Gäste öffnete. Was wir in diesen wenigen Stunden, die uns bis zum Abflug blieben, zu sehen bekommen hatten, war nur ein Bruchteil dessen, was diese Stadt zu bieten hat. Da reicht ein Tag ganz bestimmt nicht aus.

Und schon ist es Zeit. Der Flieger startet bald und wir müssen zum Airport – der Kreis hat sich geschlossen.

Escocia-EdingburghNeben den vielen beeindruckenden baulichen Sehenswürdigkeiten, den unzähligen Lochs und einer atemberaubenden Natur, haben wir, außer Nessy, reichlich viel anderes zu sehen bekommen. So viele Golf Clubs, West Highland Terrier, Castles, Churches, Universitäten, Pubs und Whisky-Flaschen haben wir noch nie gesehen. Ein abenteuerlich schönes Land, dieses Schottland! 5 Tage nur? Viel zu kurz, doch in uns lebt der Wunsch, dieses Land einmal mit dem Rucksack und per pedes zu erleben. Vielleicht auf einer Reise zu den wilden, den äußeren Hebriden vorzudringen, um die Isle of Mull und Isle of Skye und die sehr freundlichen Schotten und Schottinnen näher kennenzulernen.

Videobeitrag von Phoenix zum Monster von Loch Ness

Für Loch Ness Fans gibt es auf Youtube noch ein tolles Video, welches eine Dokumentation des Senders Phoenix zeigt. Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen.

Bildquellen: Nicht gekennzeichnete Bilder stammen von Pixabay.com

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